Sprechen ist eine Kette: Gedanke, Satzbau, Ansteuerung der Muskeln, Schallwelle, Ohr des
Gegenübers. Bei einer Dysarthrie ist nur das letzte Glied gestört. Alles
davor funktioniert unverändert.
Quassel lässt deshalb alles stehen, was noch geht, und ersetzt nur das, was nicht mehr
trägt: Taster drücken, sprechen, loslassen. Das Gerät erkennt den Satz und spricht ihn
über einen Lautsprecher laut aus.
Der Taster ist dabei kein Behelf, sondern Absicht. Er zeigt dem Gegenüber, dass gleich
etwas kommt — und er macht die Erkennung deutlich zuverlässiger, weil das Gerät nicht
raten muss, wann eine Äußerung endet, sondern den ganzen Satz auf einmal auswertet.
Warum das gehen kann
Übliche Spracherkennung — Handy, Sprachassistent, Diktierprogramm — scheitert an
dysarthrischer Sprache. In Studien liegt die Wortfehlerrate dort über
100 Prozent: Es kommen mehr falsche Wörter heraus, als überhaupt gesprochen
wurden. Unbrauchbar.
Ein Modell dagegen, das ausschließlich auf eine einzelne Stimme
trainiert wurde, erreicht schon mit ein bis zwei Stunden Aufnahmematerial
Fehlerraten von 10 bis 16 Prozent. Das ist der ganze Unterschied — nicht mehr Technik,
sondern Technik, die nur einen einzigen Menschen kennt.